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Drüggelter Kapelle am Möhnesee

 

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Der erste Schritt ist wichtig für einen neuen Weg, Predigt von Joachim Leberecht, Herzogenrath 2026

Zu: Apostelgeschichte 10, 21-36

 

  1. Sonntag nach Epiphanias

Liebe Gemeinde,

die lange Erzählung von Petrus Mission, wie er erkennt, dass Gott die Person nicht ansieht, dass Gott nicht unterscheidet in seiner Liebe, ob jemand Amerikaner ist, Russe oder Chinese, arm oder reich, gebildet oder ungebildet, Mann oder Frau oder alles dazwischen, gesund oder krank, ist aktuell.

Lukas, der auch das gleichnamige Evangelium geschrieben hat, findet in den Erzählungen über die jüdischen Apostel Worte, wie das Evangelium von Gottes Liebe in Jesus Christus allen Menschen und Völkern gilt. Nicht Abgrenzung, nicht Verkapselung, nicht identitäre Rückwärtsbewegung, nicht die Kriterien rein und unrein, kurz gesagt: Nicht menschliche oder kulturelle Grenzen markieren die junge christliche Bewegung, sondern die Einladung an alle, dazu zu gehören, zu denen, die „Gott fürchten und das gerechte Tun“ im Glauben an Jesus Christus.

Erkenntnis fällt nicht einfach vom Himmel

Diese Erkenntnis fällt nicht einfach vom Himmel, sie wird durchbuchstabiert. Mal geht´s einen Schritt vor, mal einen zurück. Wie im normalen Leben auch. Das ist tröstlich. In der Erzählung von Petrus hören wir davon, wie sein durch Gott gelenkter Weg, ein Lernweg ist allein dadurch, dass er sich auf den Weg macht. Von außen betrachtet scheint Gott wie ein verborgener Marionettenspieler die Fäden so zu händeln, dass sich Petrus und Kornelius begegnen. Zwei Menschen aus verschiedenen Welten: Ein Jude und ein Römer. Dazu noch ein Zenturio der römischen Besatzungsmacht. Zwar ein frommer Mensch, aber einer vom ganz anderen Ufer, einer, der nicht dazu gehört. Das weiß doch jedes Kind.

Kornelius heißt er mit Namen. Das ist uns überliefert. In seinem Namen spiegeln sich bis heute Menschen wider, die religiös auf der Suche sind, die ihr bisheriges religiöses oder areligiöses Leben in Frage stellen. Sie suchen eine spirituelle Heimat. Für Kornelius war der Eine Gott wichtig und er wollte zu einer Gemeinschaft gehören, die anerkennt, dass auch er als Dazugekommener wirklich dazugehört, die volle Gemeinschaft mit dem Heiligen Gott und der betenden Gemeinde hat. Kornelius war von den Menschen anerkannt, aber er gehörte nicht dazu. Er gehörte nicht zu dem Gott, der ihn immer mehr anzog. Wer nicht dazu gehört, resigniert irgendwann. Kornelius aber bleibt dran. In seinem Gebet steht ein Mann vor ihm mit der Botschaft: Befehle Petrus zu holen. Kornelius weicht nicht aus, tut diese Stimme nicht ab, folgt ihr und bereitet sein Haus auf die Begegnung mit dem Jesusjünger Petrus vor. Sollte Gott ihm etwas durch Petrus sagen, was er noch nicht wusste?

Hier treffen zwei aufeinander. Da ist nicht einer der Wissende, der die Wahrheit gepachtet hat. Da werden Fäden gezogen und ein zartes Netz entsteht. Das ist ein Anfang. Ob er tragfähig ist? Das Neue kann nur entstehen, wenn es Menschen gibt, die dafür offen sind. Wir haben unsere Vorstellungen und Überzeugungen, die uns helfen zu leben und gleichzeitig hindern, uns ein anderes Leben und eine andere Ordnung vorzustellen. Wir fürchten das Chaos und aus Angst vor Veränderungen erstarren wir, halten krampfhaft am Alten fest.

Gottes Wege sind anders als unsere Vorstellungen

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Aber Gottes Wege sind ganz anders als unsere Vorstellungen. Es fällt uns immer wieder schwer, uns von dem zu lösen, was uns vertraut ist, was für uns von Kindesbeinen an selbstverständlich ist. Das haben wir so gelernt und das muss immer so bleiben. Ich glaube beide waren überrascht, Petrus und auch Kornelius, dass es einen neuen Weg gibt, einen bisher unbeschrittenen. Im Rückblick stellt sich alles klar und einfach dar, aber wenn wir einen Weg gehen, zumal einen geistlichen Weg, einen Weg wie wir zu einer neuen Gewissheit oder einfach zum Glauben kommen, ist dieser Weg alles andere als gerade und leicht, er ist verschlungen, zuweilen vernebelt, die Sicht ist versperrt und der Sinn, warum jetzt, warum hier bleibt uns verschlossen. Religion ist keine Mathematik und erst recht kein Algorithmus. Der Mensch braucht Religion, sonst besteht die Gefahr von anderen Göttern beherrscht zu werden. Religion ist die (allzu menschliche) Rückbindung an Gott, das Wunder wie an Fäden geführt zu werden und doch die Schritte selbst zu wählen.

Schauen wir etwas näher in die Erzählung hinein.

Unser Predigttext ist die Fortsetzung einer Geschichte um Petrus, der auf dem flachen Dach eines Hauses bei Tag träumt. In seinem Traum wird er mit dem konfrontiert, wozu er berufen ist: Altes loszulassen und Neues zu wagen. Der Geist Gottes macht ihn hellhörig. Er, Petrus, wird gesucht. Er soll zu den Menschen, die ihn suchen, herabsteigen. Der erste Satz unsere Erzählung heißt schlicht: „Da stieg Petrus herab.“ (Apg 10,21a) Das griechische Wort für herabsteigen (katabeino) bezeichnet nicht nur den räumlichen Weg des hinunter Gehens, sondern das Wort kann auch symbolisch verstanden werden. Petrus steigt nicht nur herab, er bewegt sich auf die Ebene der ihn aufsuchenden Nichtjuden, der römischen Gesandten. Er gewährt ihnen Gastfreundschaft und macht sich tags darauf mit ihnen gemeinsam auf den Weg zu Kornelius. Schon hier vollzieht Petrus den ersten Schritt zu einem Perspektivwechsel im Sinne seiner göttlichen Vision, das für Gott nichts unrein ist. Eine andere Sichtweise führt zu einem neuen Umgang miteinander und Verständnis füreinander.

 

Ein neuer Weg wird beschritten

Der erste Schritt ist wichtig, für so vieles.

Der neue Weg verändert Petrus und später auch Kornelius, noch aber weiß niemand, ob das Neue weitergeht oder nicht. Ist der Anfang ein Ende, eine Sackgasse, ein Irrtum (?) oder endet mit dem Neuen etwas Altes? Ist das ein Bruch, ein radikaler gar (?) oder zeigt sich im Neuen etwas, was sich bewähren wird, was wachsen wird, was Gutes hervorbringt?

Kornelius, das wird erzählt, ist so überwältigt, dass ihn Furcht und Zittern befällt. Die Botschaft des Engels ist wahr. Er wirf sich vor die Füße Petri und verehrt ihn anbetend. Dieser aber hebt ihn auf die gleiche Ebene und sagt schlicht: „Steh auf, auch Ich bin ein Mensch.“ (Apg 10,26) 

 

Bei dieser Szene kommt mir die Einführung eines Kollegen in Erinnerung. Dieser kniete sich bei der Einführung auf die nackten Fliesen im Altarraum. Als der scheidende Pfarrer ihm mit Handschlag gratulierte und sein Votum sprach, zog er ihn auf die Beine und sagte lapidar: Bei uns kniet man nicht…

Wie dem auch sei, wie immer wir unsere Ehrfurcht vor Gott ausdrücken, sie wird einen Ausdruck finden.

Als Petrus Kornelius Geschichte hört, wie Gott sich ihm gezeigt hat, fällt es Petrus wie Schuppen von den Augen. „Nun erfahre ich die Wahrheit, dass Gott die Person in Wahrheit nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm. Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist der Herr über alles.“ (Apg 10,34-36)

Petrus erzählt weiter. Er verkündigt das Evangelium. Der Heilige Geist fällt auf die Hörenden. Nichts hindert Petrus mehr daran Kornelius und sein Haus zu taufen. Jetzt gehört Kornelius sichtbar dazu: Zu Gott und der Gemeinschaft der Christinnen und Christen.

Liebe Gemeinde,

der Anfang hört nicht auf. Er geht über alle Grenzen hinweg weltweit weiter bis heute, wo Menschen den Ruf Jesu in die Nachfolge hören, sich taufen lassen und Gott mit ihrem Leben loben und ehren.

Museum am Dom, Würzburg, Bericht von Joachim Leberecht

Besuch des MAD

Anfang des neuen Jahres 2026 habe ich das MAD, das Museum am Dom in Würzburg, besucht. Es war nicht mein erster Besuch des noch jungen Diözesanmuseums (2003). MAD hat sich zum Ziel gesetzt alte und neue Kunst miteinander ins Gespräch zu bringen. Um einen Rundgang durch die Ausstellung für die Besucher*innen interessant zu machen, wurde das Büro bungalow beauftragt Konzept und Design für einen Ausstellungsrundgang zu entwickeln. Das Ergebnis hat mich überzeugt. Zu den Themenfeldern Zeitreisende*r, Philosoph*in, Kunsthistoriker*in und Handwerker*in wurden zweisprachige (deutsch/englisch) Guides aufgelegt. Die einzelnen thematischen Begleithefte bieten neben einer Gesamtübersicht der Ausstellung in ansprechendem Design Informationen zum Kunstwerk, zur Biographie des/der Künstler*in und im Fall der PHILOSOPH*IN, meiner Wahl, existentielle Fragestellungen zum Weiterdenken. Im besten Fall kommt es zu Vertiefung und zu einer interessanten wechselseitigen Wahrnehmung von religiösen und philosophischen Fragestellungen. Ich habe selten eine kirchliche Ausstellung erlebt, der es kunstpädagogisch gelingt, das moderne Lebensgefühl zu versprachlichen und damit eine existentielle Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk anzuregen. Dabei wird das Kunstwerk nicht theologisch verzweckt, sondern es spricht für sich selbst. Diese Freiheit der Kunst im religiösen Kontext ist bei MAD das leitende Konzept. Nichts ist hier bieder oder verstaubt, nichts verengt, sondern auf Weite hin ausgestellt.

Anhand von vier der zehn Exponate, die das Begleitheft Philosoph*in näher in den Blick nimmt, will ich einen Eindruck vermitteln.

Bild 1 Begleitheft Philosoph*in

Girl with a Knife 2006 (Nina Sten-Knudsen)

Den Gegensatz von Ferne und Nähe, Weite und Isolation beschreibt das monumentale Gemälde Girl with a Knife der dänischen Künstlerin Nina Sten-Knudsen. Im Vordergrund der sich scheinbar ins Unendliche weitenden Landschaft malt die Künstlerin eine Frau, deren verweilender Blick auf ein (scharfes?) Messer in ihrer offenen Handfläche fällt. Neben der Beschreibung des Bildes stellt die Philosph*in folgende Fragen: „Was geht da in ihr vor? Warum enthält die ansonsten ruhige Darstellung plötzlich diesen Aspekt einer Gefahr? Ist diese real oder nur vorgetäuscht?… Ist das Messer als Symbol für die innere Verfasstheit der Figur zu deuten? Wie aus dem Nichts entsteht eine magische Atmosphäre, wird der Bildraum zum Lebensraum, zu einem Raum offen für Deutungen.“ (Seite 6)

Bild 2 Begleitheft Philosoph*in

Abziehendes Gewitter 1987 (Wolfgang Mattheuer)

Wer heute ein Zeichen setzen will gegen Angst und Hoffnungslosigkeit, greift zum Symbol des Regenbogens. Der Regenbogen mit seinen bunten leuchtenden Farben öffnet Zukunft. Er steht einem: „Sollen wir immer alles schwarz sehen?“ (Seite 9) entgegen. Das Dunkle wird nicht geleugnet. Es ist mit im Blick, aber es verzieht sich. Die dunkle schwarze Farbmasse „wandelt sich plötzlich auf der rechten Seite zu einer lebensspendenden Erscheinung zarter, rosafarbener Blüten. Frisches hoffnungsvolles Grün durchbricht die trostlose Dunkelheit. Altes und Neues stehen sich gegenüber.“ (Seite 8)

Bild 7 Begleitheft Philosoph*in

Cast Iron Cross Egg 2002 (David Nash Esher)

„Das Kreuz, welches sich öfters in seinen Werken finden lässt, nur als religiöses Werk zu verstehen, wäre zu kurz gedacht. Vielmehr sind es für ihn zwei Linien, die einen Punkt ergeben, oder vier, die von einem Zentrum ausgehen. Gleichzeitig markiert man mit einem Kreuz auch ein Verortetsein auf einer Karte, kreuzt etwas an oder addiert bzw. multipliziert mit dem Zeichen.“ (Seite 18)

Was war zuerst? Das Huhn oder das Ei? Tod oder Leben? Was sind die Pole unseres Lebens? Werden und Vergehen? Gesetz und Autonomie?

Bild 8 Marienkrönung

 

Marienkrönung um 1510 (Tilmann Riemenschneider)

Theologischer Ausgangspunkt ist die Fragestellung, ob die Auferstehung auch für die sterblichen Gläubigen gilt. Das wird in der katholischen Glaubenslehre in der Dogmenentwicklung/Inszenierung von Maria eindeutig bejaht. In unserer Holzfigurengruppe wird Maria von Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, (beide gleichaussehend!) bekrönt und damit „in die göttliche Familie einbezogen und hat [leiblich] Teil am ewigen Leben.“ (Seite 20)

Interessant zur figürlichen Darstellung von Gott, dem Vater, trotz des Bilderverbots, sind geschichtliche Anmerkungen im Begleitheft: Durch Bibelauslegung „taucht Gott als Alter an Tagen (Dan 7,9) und damit in der uns bekannten Weise als älterer Mann mit Bart seit dem 12./13. Jahrhundert auf. Doch konnten Künstler bis ins 14. Jahrhundert vereinzelt noch dafür bestraft werden. Im späten Mittelalter wurde Maria im Volksglauben bisweilen sogar als vierte göttliche Person dargestellt.“ (Seite 21)

Joachim Leberecht

Kritik im Rahmen der Kommunikation, Rezension von Christoph Fleischer, Fröndenberg 2026

Zu:

Andreas Blessing, Philipp Barth: Kritisches Denken einfach erklärt, Edition Transkript, Transkript Verlag Bielefeld 2025, Paperback 120 Seiten, ISBN: 9 78-3 8376-7 435 – 4 (Print), Preis: 20,00 €

Die Forderung nach Kritik ist in unterschiedlichen Weltanschaulichen oder kommunikativen Situationen verschieden. Heute ist es das Internet oder besser gesagt die Informationsvermittlung der sozialen Netzwerke, die nach einer neuen und ausgeprägten Fähigkeit zu kritischem Denken verlangt. Dabei ist die Fähigkeit zur Kritik in der Gesellschaft gar nicht gut ausgebildet, weil alle wahrscheinlich versuchen einen Mittelweg zwischen Misstrauen und Vertrauen zu gehen.

Für mich als etwas älterem Zeitgenossen, kommt dabei der Umgang mit Kritik in den Sinn, der nach gesellschaftlicher Mitwirkung verlangt und der manchen gesellschaftlichen Institutionen unterstellt, Kritik nicht zu wünschen oder abzuwiegeln. Die Gegenbewegung dazu hat sich immer auf die Philosophie in der Nachfolgte Kants, Nietzsches und Marx berufen. Doch hiervon hat sich der Begriff des „kritischen Denkens“ in der Nachfolge entfernt.

Der Begriff kritisches Denken wird hier pragmatisch gebraucht und gehört eher in die Wissenschaftstheorie und die praktische Anwendung. In diesem Buch sind ein naturwissenschaftlicher und psychologischer Ansatz kombiniert. Andreas Blessing, geboren 1977, ist promovierter Psychologe, arbeitet in der Schweiz und lebt in Konstanz. Er veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten z. B. über Demenz und über Wissenschaftskommunikation. Philipp Barth geboren 1981, ist diplomierter Physiker, promovierter Biologe und lehrt an der ETH Zürich über „kritisches Denken als Kompetenz“.

Positiv gesagt wird kritisches Denken durch eine Aufzählung von Kriterien definiert. Denken unterliegt immer auch einer Flexibilität: „Wer denkt, kann seine Meinung ändern.“ (Seite 11) Dieses setzt demnach also die Bereitschaft zur Selbstkritik voraus; kritisches Denken verlangt die Begründung einer Aussage. Kritisches Denken gehört zur Kommunikationskompetenz, die eigentlich alle erreichen möchte. Doch nach dem Motto „grau lieber Freund ist alle Theorie“ zeigen sich die Hauptprobleme in der Anwendung kritischer Kommunikation im Alltag. Die positiven und kritischen Voraussetzungen guter Kommunikation werden in diesem Buch behandelt.

Das Buch teilt den Diskurs in 30 kleine Kapitel ein, die jeweils einen einzigen Gesichtspunkt der denkerischen Aktivität behandeln. Wissenschaftstheoretische im Allgemeinen oder philosophiegeschichtliche Diskurse spielen keine Rolle. Kritik ist also hier kleine weltanschauliche Idee, sondern die Pragmatik des Denkens überhaupt.

2 Beispiele: „Das logisch gültige Argument ist das Fundament der Rationalität.“ (Seite 19) Beispielsätze zeigen, dass Beobachtungen, inhaltliche Voraussetzungen und logische Schlüsse zueinander passen müssen. Die Frage von Weltbildern scheint einen subjektiven Aspekt zu zeigen. „Fest steht auch, dass wir von selbst bewusst entscheiden, und selbst dann unbewusste Prozesse eine entscheidende Rolle spielen“ (Seite 27).

Ein anderes Beispiel ist das, worin unsere Voraussetzungen und unsere Erfahrungen übereinstimmen. „Unsere Wahrnehmung wählt das aus, was die Verarbeitung von Informationen vereinfacht. Und das ist das, was mit unserer Weltanschauung übereinstimmt.  (Seite 31).

Diese Anfangszitate machen hoffentlich neugierig auf eine Mischung wissenschaftlicher Beobachtungen und Schlüsse, kombiniert mit Alltagsbeispielen und einfachen Anwendungen kritischen Denkens. Das Buch sollte nicht im Alltag der Universität vorbehalten bleiben.

Der Umgang mit Kommunikation braucht tatsächlich eine allgemeine Kompetenz an kritischem Denken. Aber sind wir dieser Notwendigkeit überhaupt gewachsen? Es ist zu wünschen, dass dies nicht nur an Universitäten, sondern auch in allen Schulformen gesehen und praktiziert wird.

Das Geheimnis von frühmittelalterlichen Glaubenszeugnissen in Religion, Kunst und Literatur, Rezension von Christoph Fleischer, Fröndenberg 2025

zu:

Tobias Daniel Wabbel: Jesus und der heilige Gral, Auf der Suche nach dem Abendmahlskelch, Bassermann Verlag im Penguin Random House Verlag, München 2025, gebunden, 256 Seiten, ISBN 978-3-8094-5123-5,

Preis: 9,99 Euro (print), eBook (Amazon), 6,99 Euro

Während es bei anderen Büchern Tobias Daniel Wabbels (Der Templerschatz, 2020 und Die Templerkathedrale 2023) um die verlorenen Schätze des Templerordens geht, spürt er hier die Ursprünge historischer und religiöser Erzählungen auf und unterzieht sie einem Wahrheitscheck.

Wie präsent kann Jesus heute sein?

In einer Zeit, in der das Leben und Wirken Jesu und der frühen Gemeinden schon über 1000 Jahre zurücklag, kam eine ungeheure Nachfrage nach Gegenständen auf, die die Erzählungen der Bibel vergegenwärtigen konnten und auf eher primitive Art beweisen sollten. Wie viele Nägel des Kreuzes Jesu und dessen Holzsplitter, wie viele Blutstropfen, Lanzen und Tücher konnten die Wahrheit der biblischen Botschaft verdeutlichen?

War etwa der schlichte Kelch des Ludgerus, der heute in der Schatzkammer in Essen-Werden ist, schon in der Hand Jesu beim Abendmahl (Bild 1 des Rezensenten)?

Um die Umstände des Abendmahls und ihre glaubwürdige Überlieferung besser bewerten und verdeutlichen zu können, orientiert sich der Autor am Ablauf der jüdischen Festmahlzeit, gleichwohl wissend, dass diese im Talmud erst später schriftlich notiert worden ist. Wie viele Theologinnen und Theologen nimmt er einfach an, dass dieser Ablauf schon eine längere Tradition besaß und daher auch für die begleitende Mahlzeit vor Jesu Kreuzigung vorausgesetzt werden kann. Vielleicht war der Kelch ja dann auch schon früh aufgefunden worden und in Jerusalem, dem Ort der späteren Grabeskirche sicher verschlossen bewahrt worden. Aber, stopp, Tobias Daniel Wabbel betont damit auch zu Recht, dass mit sogenannten Sedermahl vier verschiedene Kelche eine Rolle spielen, wobei über dreien der Segen gesprochen wird und der vierte der neuen Mahlzeit nach der Vollendung des Reiches Gottes vorbehalten bleibt.

Dann hätten es also mindestens drei verschiedene Kelche gegeben, die Jesus in der Hand hatte. Hierzu findet sich ein liturgischer Kamm, der sehr detailliert aus Elfenbein geschnitzt ist in der Domschatzkammer des Essener Münsters. (Foto des Rezensenten). Dort ist sind auf der Darstellung des Abendmahltisches 12 Jünger mit Jesus versammelt und zur Mahlzeit kommen auf den Tischen verteilt insgesamt vier Kelche zum Einsatz.

Wer oder was ist der Heilige Gral?

Warum ist dann aber trotzdem von dem einen heiligen Gral die Rede? Nach den Nachforschungen des Wissenschaftsjournalisten Wabbels war dieser Kelch, bzw. diese Schale überdies keineswegs aus Metall geformt, sondern aus einem Edelstein geschnitzt worden. Was die Sache dann noch kompliziert macht, ist, dass die Leserinnen und Leser nun einen Gegenstand suchen, mit dem bei der Kreuzigung Jesu das Blut Jesu aufgefangen worden sein soll. Dazu findet Tobies Daniel Wabbel viele noch erhaltene Kirchenausmalungen von Schottland bis Dänemark, wozu damals auch noch die Insel Rügen gehörte. Dorthin führte zuletzt die Erkundungsreise, in die der Autor die Lesenden führt. Hier findet er auch den Namen Graal/Gral, meist mit zwei „a“ geschrieben in diversen Ortsnamen wie Graal-Müritz und anderen.

Um mehr über den heiligen Gral zu erfahren, werden dazu im Mittelteil des Buches die Gralslegenden und Gralsbücher über König Artus von Chretién de Troyes und Wolfram von Eschenbach und dessen Hauptgestalt Parceval oder eingedeutscht Parsival angeführt.

Die Frage ist, ob es bei so vielen unterschiedlichen Hinweisen und Bezügen eine einheitliche Antwort geben kann und ob das Ergebnis des Buches gerade darin liegt, dieses Dilemma festzustellen. Der Volksmund sagt ja zu Recht, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Ein Weg wäre es vielleicht, die ganze Thematik der christlichen Traditionsgeschichte zuzuordnen und dann festzustellen, dass es den einen Kelch gar nicht mehr geben kann. Doch dieses Fazit lässt der Autor offen, sondern weist lediglich darauf hin, dass wir durch unsere Suche selbst der Gestalt des Gekreuzigten näher gekommen sind, um dann zugleich festzustellen, dass sich eben nicht mehr alles in eine andere Zeit übertragen lässt.

Die Spannung zwischen Wort und Erfahrung.

Hier käme m. E. die Religion in Spiel, die anhand der biblischen Überlieferung Inhalt und Erzählung vergegenwärtigt, ohne damit zugleich zu behaupten, dass man genau weiß, wie es damals wirklich war. Dann wird die Wahrheit in der Gegenwart erfahrbar, ohne beweisen zu wollen, was damals geschah. Ich gebe Tobias Daniel Wabbel darin recht, dass sich schon vergangene Generationen an der Tradition abgemüht haben und sie in ihren jeweilig eigenen Kontext gestellt haben. Diese Vorgänge aufzuspüren in Literatur, Kunst und Religion ist wahrlich spannend. Und ist nicht eben genau dieses die Wahrheit der Auferstehung Christi, die uns fassungslos am leeren Grab stehen lässt, mit nichts anderem als der Zusage, dass Jesus immer da ist, wo wir an ihn denken, mit und ohne Kelch.

Predigt zu Heiligabend 2025, Joachim Leberecht, Herzogenrath 2025

Christvesper 2025: Legt die Waffen des Lichts an

 „Ihr wisst doch, dass jetzt die Stunde schlägt! Es ist höchste Zeit für euch, aus dem Schlaf aufzuwachen. Denn unsere Rettung ist näher als damals, als wir zum Glauben kamen. Die Nacht geht zu Ende. Der Tag bricht schon an. Lasst uns alles ablegen, was die Finsternis mit sich bringt. Lasst uns stattdessen die Waffen anlegen, die das Licht uns verleiht.“                                                          Römer 13,10-12, Basis Bibel

Liebe Heiligabend-Gemeinde,

das ist mal ein Weihnachtsevangelium! Es passt so gar nicht in unsere Vorstellung von Weihnachten, erst recht nicht vom Heiligen Abend. Heiligabend, das ist doch der geschmückte Weihnachtsbaum, überall Lichter, ein Duft nach Orangen, Kartoffelsalat und Würstchen oder darf es lieber ein deftiger Bratengeruch sein? Weihnachten geht’s doch um Gemütlichkeit, dass wir ein paar ruhige Tage haben, wo der Dauerstress einmal von uns abfallen darf, wo wir als Familien miteinander Zeit verbringen, uns mit schön verpackten Geschenken bescheren, einander mit Wohlwollen begegnen. Einmal entschleunigen, wer braucht das nicht? Weihnachten geht es darum, das eigene Verwurzelt-Sein in der Familie oder als Paar zu spüren. Ich bin angenommen, so wie ich bin, wir spenden einander Geborgenheit. Das ist schön, wenn es gelingt und es gehört wesentlich zum Weihnachtsfest dazu.

Familien-Weihnachtsideal?

Aber manchmal schaffen wir es nicht dem Familien-Weihnachtsideal zu entsprechen, wir fühlen uns von allem überfordert, die kleinste Kritik und Missstimmung hinterlässt schale Freude oder es nervt uns die Scheinheiligkeit nach dem Motto: Piep, piep, piep…wir haben uns alle lieb.

Den Ton, den Paulus in unserem Heiligabend-Text anschlägt ist ganz anders, quer zu unseren Erwartungen und Sehnsüchten, ein Widerspruch zu kitschig-romantischen Weihnachtsgefühlen und einer kapitalistischen Konsum-Weihnacht. Ja, es gibt ein Weihnachtsevangelium quer zu unseren kulturellen-familiären Traditionen.

Das ist die Heilige Nacht.

Das Bild, das Paulus hier verwendet ist alt, uralt und hat sich über die Erfahrung in das Bewusstsein der Menschen eingegraben. Es ist die Erfahrung der Dämmerung. Wir stehen an der Schwelle. Die Dunkelheit der Nacht hört auf, bald bricht der Tag an.

Das ist die Heilige Nacht. Diese Heilige Nacht wiederholt sich Fest für Fest. Wir haben gesungen und ich liebe dieses aussagekräftige Adventslied: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.“ (EG 16,1 Jochen Klepper)

Die Heilige Nacht wiederholt sich heute für die, die glauben: dass das Licht mit dem Kind in der Krippe in die Welt gekommen ist. Jesus Christus hat die Dunkelheit der Welt überwunden. Auch wenn die Nacht immer wieder nach uns greift, gilt doch: Gottes Tag kommt – immer wieder und am Ende in Vollendung.

Als moderne von künstlichem Licht umgebene Menschen kennen wir die Stimmung der Dämmerung nicht mehr. Uns fehlt die Schwellenerfahrung. Das Warten und die Gewissheit, es wird licht. Unsere Seelen sind es nicht mehr gewöhnt über das langsame Hell-Werden zu staunen. Es mit Macht herbeizusehnen. In die Dämmerung zu lauschen, wie das Leben erwacht, die Vögel ihr Morgenlied singen und der Tag die Oberhand gewinnt.

Der Tag ist nahe herbeigekommen. Und jetzt kommt´s. Das ist keine Zeit zum Weiterschlafen, träumen und sich noch einmal im Bett räkeln!

Wir werden aufgefordert: Hey, werdet wach! Verlasst eure Komfortzone, lasst euch nicht länger Einlullen von schlechten Vibes, Fake News und dem immer gleichen Gebabbel in eurer Blase. Wacht auf! Denkt selbst! Bildet euch euer eigenes Urteil!

Manchmal wundere ich mich, wie das Selber-Denken mehr und mehr verschwindet. Ich bin irritiert, wie verängstigt viele Menschen sind, wie viele sich ein Weltbild zimmern, dass alle Institutionen rundheraus ablehnt, wie zigtausende den religiösen Verschwörungs-Erzählungen glauben und hunderttausende User hemmungslos ihre Hasstiraden in den Sozialen Medien kundgeben. Es ist, als würden wir zerrieben in der Informationsflut. Auch hier stehen wir an einer Schwelle. Wir haben noch nicht gelernt, vernünftig mit der Digitalität aller Lebensbereiche umzugehen. Wir wissen aber schon: dauernd auf´s Handy schauen überfordert, macht süchtig und blöd, da eigene Erfahrungen verhindert werden und echte „face to face“ Kommunikation versickert, ja geradezu verlernt wird. Und gleichzeitig trimmen uns viele Medien zu einem scheinbar nicht mehr hinterfragbaren Konsens. Wer davon abweicht, kommt in Verruf und wird in eine Schmuddelecke gestellt. Das alles aber treibt uns weiter voneinander weg.

Weihnachten ruft uns heraus.

Weihnachten ruft uns heraus. Kehr um! Mach nicht mehr mit! Lebe nicht in deiner Scheinwirklichkeit! Stelle dich der Wahrheit, auch wenn sie schmerzt. Ingeborg Bachmann sagt den treffenden Satz dazu: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“(1)

Wirklich? Ja! Aber wir tun in unserer Befindlichkeits-Gesellschaft alles dafür, uns die Wahrheit nicht zuzumuten, einen Streit nicht auszutragen, lieber lassen wir den Konflikt schwelen. Aber bitte jetzt nicht nach dem Gottesdienst die Wahrheit deinem Nächsten genüsslich ins Gesicht schleudern nach dem Motto: Der Pfarrer hat doch gesagt, Weihnachten sollten wir uns mal so richtig die Meinung sagen. Richtig ist auch: Wahrheit ohne Liebe zerstört, ist besserwisserisch. Und manchmal ist ausblenden auch eine Möglichkeit überhaupt noch miteinander im Kontakt zu sein. Liebe Leute, ich will doch nur sagen: Weihnachten übertüncht unser Leben nicht. Im Gegenteil: Es kommt ans Licht, was nicht stimmt, was falsch läuft in der Welt. Weihnachten macht unser Leben hell und schenkt tiefe Freude. Wir empfangen das Leben als Gabe Gottes und wir sind aufgerufen, das Leben und vor allem den Frieden zu bewahren. Damit sind wir in Europa gescheitert. Nun dauert der Krieg in der Ukraine schon fast so lange wie der erste Weltkrieg. Wir Europäer haben keine vernünftige Entspannungspolitik mit Russland betrieben. Mit Feinden spricht man nicht, verhandelt nicht. Was für ein Irrglauben! Doch zurück zu unserem kleinen Leben.

Weihnachten fordert uns auf: Legt alles ab, was ins Finstere führt, was eine negative Energie hat: Die Lüge. Die Selbstsucht. Die Gewalt. Den Hass. Die Feindschaft. Den Größenwahn.

Jammer nicht länger herum. Übernimm Verantwortung für dein Leben, für dein kleines Leben. Das reicht. Träum dich nicht größer als du bist, mach etwas Gutes und fange damit jetzt an.

Das heißt, wie es Luther übersetzt: „Die Waffen des Lichts anlegen.“ Wenn nicht zu Weihnachten, wann dann? Das heißt, sich mit Wahrheit gürten, dem Licht folgen. Sich nach dem göttlichen Licht ausstrecken. Wir brauchen doch Orientierung! Und wisst ihr was. Ihr könnt sagen, was ihr wollt: Diese Mega-Erzählung von Jesu Geburt ist besser als jeder Hollywood Block-Buster. Denn wenn es im letzteren zwar auch um den Kampf von Gut und Böse geht, bleiben die Filme doch im besten Sinn Unterhaltung. Die Mega-Erzählung von Christi Geburt aber schenkt Sinn und Zusammenhalt. Das Weihnachtsfest, selbst wenn unser Glaube schwach ist und erodiert, transzendiert uns, verweist uns auf eine andere Wirklichkeit. Das immerwährende Story-Telling auf unseren kleinen Bildschirmen aber macht uns nicht satt. Satt macht uns nur der Mythos. Es wird eine Zeit kommen, wo wir das wieder entdecken und sie ist schon angebrochen. Wissenschaft und Mythos schließen sich nicht mehr länger aus, sie verhalten sich komplementär zueinander (2). „Nicht Atome halten die Welt zusammen, sondern Erzählungen“(3). Wir leben von Erzählungen. Und das Weihnachtsevangelium gehört zu den wertvollsten Erzählungen der Weltliteratur.

Es erzählt von dem Baby Jesus. Von Anfang an ist sein Leben bedroht.

Mit Liebe und Vergebung hat Jesus auf Gewalt geantwortet. Jesus hat die Menschen mit den Augen Gottes gesehen und sie befreit von Stress, Angst und Resignation. Das Kleine in der Krippe ist größer als alles, was uns klein macht. Vertrauen schenkt Leben, gebiert Leben – immer wieder neu. Der Glaube ist es, der uns aus dem Sumpf und den Morast der Welt zieht. Dein ganzer Einsatz ist gefragt. Der Glaube fordert alles von dir. Er fordert dich selbst und ist gleichzeitig wie Weihnachten ein Geschenk. Ein Geschenk der Liebe Gottes.

Ja, mit dieser Energie kommen wir am Heiligen Abend in Berührung. Das Kleine in der Krippe ist nicht bloß süß, ein „holder Knabe im lockigen Haar“ (Stille Nacht, EG 46,1). Der Kleine ist unser großer Erlöser und Bruder, die Power-Bank Gottes für die Welt. Die Krippe ist schon aus dem Holz des Kreuzes geschnitzt, die Neugeburt der Auferstehung vertreibt die Finsternis.

Also seid ihr dabei?

Legt die Waffen des Lichts an. Das ist eine Kriegstüchtigkeit, die ich mir wünsche. Wenn wir ernsthaft zu den Waffen des Lichts greifen, dann werden sich „Gerechtigkeit und Frieden küssen“ (Ps 85,11)

Literatur

1 „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ –  aus Ingeborg Bachmanns berühmte Dankesrede zum Hörspielpreis der Kriegsblinden (1959)

2 Levi-Strauss: Anthropologie in der modernen Welt, Seite 110 Und wenn die moderne kosmologische Wissenschaft „selbst dazu tendiert, zu einer Geschichte des Lebens und zu einer Geschichte der Welt zu werden, können wir nicht ausschließen, dass das wissenschaftliche Denken und das mythische Denken, nachdem sie lange Zeit unterschiedliche Wege gegangen sind, sich eines Tages aneinander annähern werden.“

3 Der Ausspruch geht auf die amerikanische Schriftstellerin Muriel Ruheyser (1913-1980). Unser Verständnis der Welt wird durch Narrative geprägt, die Sinn stiften, statt durch die reine Materie. Erzählungen sind die Ordnungsformern unserer Wirklichkeit. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen u.a. forscht dazu.